Vor einer Ewigkeit und drei Tagen gab es auf der Welt drei Farben:
das glühende Rot, das tiefe Blau und das leuchtende Gelb.

 

„Ich bin die Glut des Feuers, der Sonnenaufgang und der Sonnenuntergang“, sagte das glühende Rot, „Das Herz und die Liebe tragen meine Farbe. Ich spende Leben und Wärme.“

„Ich bin der Himmel und das Meer“, sagte das tiefe Blau, „die Ewigkeit und die Unendlichkeit. Ich bringe Harmonie und Frieden.“

„Ich bin die Sonne, der Mond und die Sterne“, rief das leuchtende Gelb, denn es wollte den anderen beiden in nichts nachstehen. „Der Sommer trägt mein gelbes Kleid. Wo ich bin, herrschen Zuversicht und Heiterkeit.“

 

Eines Tages gaben die Drei ein großes Fest. Sie luden dazu das strahlende Weiß der Milchstraße und das unergründliche Schwarz des Universums ein. Jede Farbe trug zum Fest ihr schönstes Gewand. Im Himmel spielten die Geigen zum Tanz.

Je später der Abend wurde, desto mehr winzige Milchtröpfchen verlor das Kleid der Milchstraße. Bald war der Tanzboden bedeckt mit kleinen, weißen Milchpfützen. Doch in ihrer guten Stimmung bemerkten es die Farben nicht. Fröhlich reichten sie einander die Hände und wirbelten zum Takt der Musik durch den Weltenraum. Das strahlende Weiß tanzte mit dem glühenden Rot. Das tiefe Blau mit dem leuchtenden Gelb. Ihre rauschenden Kleider berührten einander, wischten über Tropfen und Pfützen hinweg.

 

„Oh, seht nur!“, rief plötzlich das unergründliche Schwarz, „Dort ein helles Rot! Und hier eine Farbe, deren Name ich nicht kenne!“
Erst jetzt bemerkten auch die anderen Farben die bunten Tupfer am Boden. „Wie kann das sein, wo kommen all die Farben her?“ „Wer hat sie hier hereingebracht?“

„Wie mögen sie wohl heißen?“, fragten alle durcheinander. “Grün!“ Das glühende Rot zeigte auf die Stelle, wo sich etwas Blau mit Gelb vermischt hatte. „Diese Farbe nennen wir sattes Grün!“

Kaum hatte das glühende Rot den Satz ausgesprochen, erhob sich das Grün vom Boden und sprach: „Ich bin der Wald, die Wiesen und Felder.
Wo ich bin, herrschen Glück und Zufriedenheit.“

Da begannen auch die übrigen Farben, neue Namen zu erfinden. Sie schufen das Orange, das Himmelblau und das Violett.

Dabei hüpften sie vor Freude umher. Und jedes Mal, wenn sie einander berührten, entstand eine neue Farbe. Der Weltenraum war erfüllt von unzähligen Farbtönen. Wie Noten in einem Lied bildeten sie einen Regenbogen, der von der Erde bis in den Himmel reichte.

Nur das unergründliche Schwarz hielt sich vornehm zurück, wusste es doch, dass es all die anderen Farben überdecken würde.

 

 

Quelle:

Text: Nicole Potthoff

Gefunden auf: http://www.kidsweb.de/farben_spezial/geschichte_vom_fest_der_farben.htm

4 Kommentare auf “Die Geschichte vom Fest der Farben

  1. Hallo Barbara.
    Ich freue mich sehr darüber das du wieder hier bist. Ich hoffe du hattest schöne Feiertage.
    Ich finde es schade das du nur über E-Mail zu erreichen bist. In der Woche bin ich über meinen Handy in den Blogs unterwegs. Nur für meinen Beitrag bin ich am PC, so kann ich auch nicht so schnell E-Mails beantworten.
    LG, Nati

    1. Liebe Nati,
      ja, danke, bin gut durch den Feiertagsdschungel gekommen.
      Das mit der „nur“ Email-Erreichbarkeit verstehe ich nicht. Das gilt ja für diese rechtliche Impressum-Geschichte! Ich lese auch meistens mit dem Handy hier im WordPress Reader oder eben online. Beiträge schreibe ich auch am PC.
      Wir können uns also immer hier finden!?
      Oder hab ich da jetzt was falsch verstanden?
      Gruß Barbara

      1. Ich dachte es läuft nur per E-Mail schreiben.
        Aber ich habe dann gesehen das mein Kommi hier erscheint, also alles gut.😊

        Deine Antwort erscheint nur nicht in meinem Reader. Da muss ich hier hinkommen um zu lesen was du antwortest, wie bei Weena. Aber das ist ja kein Problem.
        LG, Nati

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