Er konnte sich keinen Reim darauf machen, was hier passiert sein soll, war er noch eben der Meinung gewesen, der Mann da auf dem Golfrasen hätte einen Herzinfarkt gehabt, wurde er gerade durch Frau Dr. Muntz darüber aufgeklärt, dass dieser Mann keines natürlichen Todes gestorben sei.

Die Ärztin deutete auf eine Stelle am Kopf, die dem Ermittler noch nicht aufgefallen war, der nächtliche Regen hatte mögliche Blutspuren weggespült und das dichte Haar des Toten gab nicht auf Anhieb die tiefe Wunde frei, die laut der Medizinerin von einem Golfschläger herrühren könnte.

Beim Durchsuchen des Toten fanden sich einige ausgerissene Seiten eines Schriftstückes in den Hosentaschen der Leiche, die jedoch in einer für den Kommissar unverständlichen Sprache verfasst waren und er sich Dank fehlender Bebilderung auch darauf keinen Reim machen konnte.

Er gab die Seiten seinem Assistenten, der sie umständlich in einem Asservaten-Beutel verschwinden ließ, weil er versuchte etwas auf den Seiten zu finden, dass sie auf eine Spur bringen könnte.

Weitere Recherchen ergaben, dass der Tote immer alleine spielte, da keiner der Mitglieder großen Wert auf seine Gesellschaft legte, er war nicht beliebt und durfte hier nur noch aus dem Grunde spielen, weil ihm der Platz zur Hälfte gehörte und die Leute in seiner Firma, hauptsächliche die weiblichen Mitarbeiterinnen, erzählten auch nicht viel Gutes über ihren Kollegen und Vorgesetzten, der international viel unterwegs war und alles vögelte, was nicht bei drei auf den Bäumen war.

Die meisten der Mädels waren für Bürosex nicht zu haben, aber sie wussten von einigen ausländischen Praktikantinnen, die er wohl vernascht haben musste und ja, genau, da war doch letzte Woche die Eine, die den ganzen Tag mit verquollenem Gesicht durch die Flure schlich.

„Es ist eine Gebrauchsanweisung für einen Schwangerschaftstest!“ rief sein Assistent voller Begeisterung, hatte er doch nach dem fremden Firmenlabel im Internet recherchiert und auf einer portugiesischen Website gefunden.

Viele Wochen später würden die Titelseiten aller regionalen und überregionalen Zeitungen berichten, dass die Mutter einer jungen Frau aus Portugal den Vergewaltiger ihrer Tochter mit einem Golfschläger getötet hatte.

(auch aus dem Repertoire der Kurzgeschichten, mir gefällt`s)

6 Kommentare auf “Golferblut

    1. Liebe Bisou, danke für diesen lieben Gedanken – wie immer kommt alles zur rechten Zeit.
      Und hiermit schicke ich dir ein herzliches DANKESCHÖN 🙂

  1. Du sollst nicht töten …
    Einerseits.
    Andererseits:
    Mildernde Umstände …

    Fein geschrieben!
    Grüße & einen guten Morgen Dir.

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